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Afrikanische Schweinepest breitet sich aus

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Bereits seit 2007 breitet sich diese seuchenhaft verlaufende Virus-Erkrankung der Haus- und Wildschweine in den transkaukasischen Gebieten sowie der Russischen Föderation stark aus und hat im Januar 2014, nachdem die Afrikanische Schweinepest bei zwei Wildschweinen in Litauen nahe der Grenze zu Weißrussland diagnostiziert wurde, auch die EU erreicht.

Die Viruserkrankung tritt ausschließlich an Haus- und Wildschweinen auf. Eine Gefährdung für den Menschen (z. B. Schweinehalter, Jäger) sowie für andere Haus- und Nutztiere besteht nicht. Ein Ausbruch hat jedoch enorme wirtschaftliche Schäden für einen Schweinehaltungsbetrieb zur Folge.

Der wichtigste Schutz: Hygienemaßnahmen

Zum vorbeugenden Schutz vor der Ausbreitung von Tierseuchen tragen Hygienemaßnahmen bei, die letztlich auch auch dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten dienen. Die Übertragung des Virus kann sowohl direkt über Tierkontakte (bei offenen Haltungsformen auch vom infizierten Wildschwein zum Hausschwein und umgekehrt) als auch indirekt erfolgen. Für eine indirekte Übertragung von einem infizierten Schwein auf ein weiteres Schwein kommen beispielsweise virusbehaftete Personen, Kleidung, Futtermittel, Schlacht- bzw. Speiseabfälle, Nahrungsmittel, Flüssigmist sowie sonstige Arbeitsmittel oder Fahrzeuge (z. B. Viehtransporter) bzw. Jagdausrüstung in Frage.

Eine grundlegende Rolle für die Verhinderung des Seucheneintrags in den Betrieben ist die strikte Einhaltung von Hygienemaßnahmen. Hygienemaßnahmen umfassen neben Maßnahmen der persönlichen Körperhygiene (z. B. regelmäßig Händewaschen) auch baulich-technische (z. B. Schwarz-Weiß-Trennung), organisatorische (Zugangsbeschränkungen zu den Ställen) und persönliche Schutzmaßnahmen (persönliche Schutzausrüstung). Auch bei der Jagd sollten Hygienemaßnahmen strikt eingehalten werden.

Hinsichtlich der Hygienemaßnahmen zum vorbeugenden Schutz vor der Ausbreitung von Tierseuchen und der Hygiene- und Schutzmaßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ergeben sich durchaus gegenseitige Synergieeffekte. Beispielsweise können allgemeine Hygienemaßnahmen im Bereich der Nutztierhaltung gleichzeitig dem Schutz von Tieren und Beschäftigten dienen.

Weitere Schutzmaßnahmen, insbesondere für Jäger:

  • Speiseabfälle, Küchenabfälle oder Schlachtreste nicht an Schweine verfüttern bzw. zur Kirrung verwenden
  • direkten oder indirekten Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen unterbinden, beispielsweise durch Umzäunung des Betriebsgeländes und unzugängliche Lagerung von Futtermitteln und Einstreu
  • nach der Jagd Betreten des Stalles erst nach gründlicher Reinigung (z. B. Dusche und Wechsel von Kleidung und Schuhen)
  • striktes Fernhalten von lebenden, aber auch von erlegten Wildschweinen vom Betrieb
  • bei Wildkammer in Betriebsnähe kein Schwarzwild aufnehmen

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