Das richtige Maß an Belastung hält den Rücken gesund
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Präventionskampagne "Denk an mich. Dein Rücken"

Das richtige Maß an Belastung hält den Rücken gesund. Mit dieser Botschaft wendet sich die neue Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken“ an Unternehmer und Versicherte. Ihr Ziel: die Belastungen für den Rücken verringern. Denn das zahlt sich aus - in mehrfacher Hinsicht.

Der Rücken - könnte er sprechen, er würde sich häufiger in Erinnerung rufen. Leider kann der Rücken nicht sprechen. Dass es ihn gibt, merken wir häufig erst, wenn er weh tut. Nicht jedes Zipperlein deutet auf ein ernsthaftes Problem hin. Das Problem: Ist Schmerz erst einmal da, konzentrieren sich viele Menschen nur noch darauf. Sie nehmen Schonhaltungen ein und begeben sich so in einen Teufelskreis, an dessen Ende viel zu häufig chronische Schmerzen stehen. Vergessen wird dabei, dass es so weit nicht kommen muss. „Dauernde Schmerzen sind ein Zeichen dafür, dass man sich körperlich oder seelisch überfordert hat“, so Arbeitsmedizinerin Dr. Gamze Güzel-Freudenstein. „Es wäre wichtig, sich häufiger daran zu erinnern: Das richtige Maß an Belastung hält den Rücken gesund.“

Botschaft des Rückens weitergeben

Der Rücken kann uns leider nicht auffordern, ihm Gutes zu tun. Deswegen tut es nun die gesetzliche Unfallversicherung für ihn. Für drei Jahre läuft die neue Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken“. Gemeinsam mit der Knappschaft, den gewerblichen Berufsgenossenschaften sowie Unfallkassen wirbt die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau dafür, die Belastungen für den Rücken bei der Arbeit und in der Freizeit zu verringern.

Mehr (Rücken-)Bewusstsein entwickeln

Das Ziel der Rücken-Kampagne: für Belastungen sensibilisieren, Möglichkeiten zur Prävention aufzeigen und zur Umsetzung motivieren. Denn körperliche und seelische Belastungen bei der Arbeit sind keine Seltenheit.
Dass es noch einigen Spielraum für Verbesserungen gibt, zeigen Daten zu den Arbeitsbedingungen in Deutschland. Noch immer bewegt fast jeder Vierte schwere Lasten im Beruf. Jeder Siebte nimmt häufig eine Zwangshaltung bei der Arbeit ein. Problematisch ist zudem der hohe Anteil derer, deren Alltag von zunehmendem Bewegungsmangel oder pausenlosem Stehen und Sitzen gekennzeichnet ist. Auf der psychischen Ebene klagen viele über starken Zeitdruck und zu wenig Spielraum für die Einteilung der Arbeit.

Unternehmer und Mitarbeiter gefragt

Auch auf Seiten der Versicherten hapert es mit dem gesundheitsbewussten Verhalten. Zwar hat die Zahl der Menschen, die Sport treiben, zugenommen. Aber viele Menschen vergessen, dem Rücken etwas Gutes zu tun. Das scheitert meist aus zwei Gründen: Prävention gilt entweder als zu anstrengend oder als zu teuer. Dabei stimmt weder das eine noch das andere.
Aber auch Arbeitgeber können davon profitieren, Arbeitsplätze rückengerecht zu gestalten. Das belegen zahlreiche Beispiele. Interessant ist, dass bessere Arbeitsbedingungen meist Hand in Hand gehen mit Produktivitäts- und Effizienzgewinn. Häufig kann bereits mit relativ geringem Aufwand große Wirkung erzielt werden. Das Wichtigste ist, so Experten, sich zunächst einen Überblick über die Belastungen im Betrieb zu verschaffen. Der Einstieg kann die Gefährdungsbeurteilung sein. So können Belastungsschwerpunkte identifiziert werden, die - auch gemeinsam mit Mitarbeitern - und gegebenenfalls mit Hilfe von zum Beispiel Fachleuten des landwirtschaftlichen Präventionsdienstes angegangen werden sollten.

„Im Rahmen von „Denk an mich. Dein Rücken“, sagt Dr. Güzel-Freudenstein, „werden unsere Präventionsexperten mit Informationen und Angeboten auf die Versicherten zugehen.“ Alles zum Wohle des Rückens. Denn wenn alle regelmäßig an ihn denken, profitieren auch alle.

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