Mehr Arbeitssicherheit durch Schulung
Unternehmermodell-Schulung
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Handlungshilfe zur VSG 1.2 erschienen

Die Vorschrift für Sicherheit und Gesundheitsschutz 1.2 regelt die sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung in den Betrieben. Zum 1. Januar 2018 traten einige Änderungen in Kraft. Die SVLFG hat nun eine Handlungshilfe Thema herausgegeben, in der alle wesentlichen Änderungen beschrieben werden.

Die Vorgaben des ASiG und der VSG 1.2 verpflichten den Arbeitgeber, seinen Betrieb durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte in puncto Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz betreuen zu lassen und sich selbst in der betrieblichen Präventionstätigkeit beraten zu lassen. Die Betreuung kann im Rahmen der sogen. Regelbetreuung durch fest angestellte Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte oder aber durch vertragliche gebundene Dienstleister bzw. überbetriebliche Dienste sichergestellt werden. Für Unternehmen mit geringen Beschäftigtenzahlen steht das alternative Betreuungsmodell, das sogen. LUV-Modell, zur Verfügung.

Die VSG 1.2 gilt für alle in der SVLFG versicherten Unternehmen, die Arbeitnehmer, Auszubildende, Praktikanten, Saisonarbeitskräfte oder mitarbeitende Familienangehörige mit Arbeitsvertrag beschäftigen.

Was hat sich geändert?

Folgende wesentliche Neuerungen haben sich ergeben:

  • Angleichung der Höchstzahl von Beschäftigten im Betrieb, bis zu der die Betreuung in Eigenregie durch den Unternehmer sichergestellt werden kann,
  • Änderung der Berechnung der Beschäftigtenzahl im Unternehmen,
  • Änderung der Berechnung des Beratungsbedarfs für das Unternehmen und
  • Änderung der Voraussetzung zur alternativen Teilnahme am Fernlehrgang.

Wer kann am LUV-Modell teilnehmen?

Unternehmer der Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus mit nicht mehr als 20 Beschäftigten können sich von der sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Regelbetreuung befreien lassen, wenn sie an den Schulungen zum sogenannten LUV-Modell teilgenommen haben.

Beschäftigen sie mehr als 20 Arbeitskräfte oder nehmen sie nicht am LUV-Modell teil, müssen sie mit dieser Aufgabe eine Fachkraft für Arbeitssicherheit beziehungsweise einen Betriebsarzt beauftragen.

Bisher betrug die Grenze in der Land- und Forstwirtschaft 15 Beschäftigte sowie 40 im Gartenbau.

Wie ermittelt sich die Beschäftigtenzahl?

Um die genaue Anzahl der Beschäftigten festzustellen, wird künftig der Mittelwert der im Unternehmen je Kalenderjahr beschäftigten Personen ermittelt. Für Teilzeitkräfte sind dabei Korrekturfaktoren vorgesehen. So werden Teilzeitkräfte bis 30 Wochenstunden mit 0,75 und Teilzeitkräfte bis 20 Wochenstunden mit dem Faktor 0,5.multipliziert.

Mitarbeitende Familienangehörige mit einem Arbeitsvertrag müssen – anders als bisher – in diese Berechnung mit einfließen.

Was ändert sich am Aufbau des LUV-Modells?

Das LUV-Modell setzt sich – wie bisher – aus einem Grundlehrgang, den Aufbaulehrgängen und den Fortbildungsveranstaltungen zusammen. Der Grundlehrgang besteht auch künftig aus insgesamt drei Schulungstagen. Neu ist, dass der Grundlehrgang binnen eines Jahres abgeschlossen werden muss, nachdem die Notwendigkeit einer sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Betreuung festgestellt worden ist.

Der darauf folgende Aufbaulehrgang ist dann binnen weiterer vier Jahre zu absolvieren. Er ist nach Unternehmensschwerpunkten ausgerichtet, zum Beispiel Pflanzenbau, Tierhaltung, Forstwirtschaft, Erwerbsgartenbau, Garten- und Landschaftsbau. Nach dem Aufbaulehrgang muss der Arbeitgeber in regelmäßigen Abständen, das heißt nach maximal fünf Jahren, an Fortbildungen teilnehmen. Darüber hinaus besteht für ihn die Verpflichtung, sich – beispielsweise bei gravierenden Änderungen in der Betriebsorganisation oder wenn neue Arbeitsabläufe eingeführt werden – durch externe Kräfte qualifiziert beraten zu lassen.

Erfüllt der Arbeitgeber seine Verpflichtungen nach dem LUV-Modell nicht, muss er damit rechnen, dass ihm die SVLFG seine weitere Teilnahme versagt. Er müsste dann folglich die sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte sicherstellen.

Wie ermittelt sich der Beratungsbedarf in der Regelbetreuung?

In der VSG ist außerdem neu geregelt, dass beim Beratungsbedarf durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte nun zwischen der Grundbetreuung und der betriebsspezifischen Betreuung unterschieden wird.

In der Grundbetreuung wird der Beratungsbedarf durch Zuordnung des Unternehmens zu einer von drei Betreuungsgruppen entsprechend dem Risiko von Arbeitsunfällen und Gesundheitsschädigungen und in Abhängigkeit von der Zahl der Beschäftigten ermittelt.

Der Betreuungsgruppe I (hohes Risiko) gehören beispielsweise alle Unternehmen an, die Forsttätigkeiten durchführen oder Rinderhaltung betreiben.

Die reine Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Nutzflächen wurde der Betreuungsgruppe II (mittleres Risiko) zugeordnet. In Betreuungsgruppe III finden sich Unternehmen mit eher geringem Risiko, zum Beispiel Verbände oder Gewerkschaften.

Was ändert sich am alternativen Fernlehrgang?

Unternehmen der Betreuungsgruppen II und III können die Inhalte des Grund- und Aufbaulehrganges auch in einem Fernlehrgang absolvieren. Voraussetzung dafür ist, dass das betroffene Unternehmen kein Ausbildungsbetrieb ist und im Durchschnitt höchstens zehn Beschäftigte pro Jahr tätig sind. Alle Lerneinheiten des Fernlehrganges samt Lernerfolgskontrolle müssen binnen eines Jahres erfolgreich abgeschlossen werden.

Welche Übergangsregeln gelten?

Unternehmen die bisher an der alternativen Betreuung (LUV-Modell oder Fernlehrgang) teilgenommen haben aber nach den neuen Vorgaben davon keinen Gebrauch machen dürften, können bis auf weiteres in der alternativen Betreung verbleiben. Erst wenn sich grundlegende Änderungen des Unternehmens ergeben oder die Grenze von 40 Beschäftigten (Jahresmittelwert) überschritten ist, ist eine erneute Bewertung im Sinne der neuen VSG 1.2 erforderlich.

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