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Feuerlöscher
Interview mit
Hermann Greif

Hermann Greif 
Landwirt, Mitglied der Vertreterversammlung der SVLFG und Feuerwehrmann

 

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Was tun, wenn's brennt?

Landwirt Hermann Greif ist seit 37 Jahren aktiver Feuerwehrmann. Daher weiß er nur zu gut, was passieren kann, wenn Feuer auf einem landwirtschaftlichen Betrieb ausbricht.

Als Kind musste er mit ansehen, wie große Teile des elterlichen Betriebes ein Raub der Flammen wurden. Greif rät deshalb dringend, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, damit es gar nicht erst zu einem Brand kommen kann sowie im Brandfall überlegt und beherzt einzugreifen. Oft reichen einfache Mittel, wie ein Eimer Wasser, feuchte Tücher, eine Löschdecke oder ein Handfeuerlöscher, um Groß- oder Flächenbrände im Keim zu ersticken.

SVLFG: Herr Greif, nicht jedes Löschmittel eignet sich für jeden Brand. Wann kommt was zum Einsatz?

Hermann Greif: Die meisten Anfangsbrände lassen sich mit Wasser löschen. Deshalb ist es wichtig, bei offenem Feuer, wie zum Beispiel bei brennenden Kerzen, oder bei funkenschlagenden Arbeiten, wie beim Schweißen oder Arbeiten mit Trennscheiben, Wasser in greifbarer Nähe zu haben. Bei solchen kleineren Bränden und bei Kabel- und Fahrzeugbränden, können auch Handfeuerlöscher der Klasse A, B oder C eingesetzt werden. Anders sieht es aus, wenn Öl oder Fett brennt. Fettbrände müssen erstickt werden. Dazu eignen sich am besten eine Löschdecke oder ersatzweise feuchte Tücher.

SVLFG: Wie werden Handfeuerlöscher richtig eingesetzt?

Hermann Greif: Zuerst muss abgeschätzt werden, ob der Brand überhaupt noch selber gelöscht werden kann, ohne sich selbst oder andere zu gefährden.

Sicherung - Splint - des Feuerlöschers herausziehen   Wenn ja, wird die Sicherung des Löschers, also der Splint oder der Sicherungsring, herausgezogen.
 
Feuerlöscher mit kräftigem Handschlag auf den Auslösemechanismus einsatzbereit machen   Danach wird der Löscher mit einem kräftigen Handschlag auf den Auslösemechanismus einsatzbereit gemacht.

Je nach Größe ist für rund 6 bis 20 Sekunden Pulver im Löscher. Deshalb ist es wichtig, das Löschmittel gezielt auf die Flammen zu richten und den Löscher immer nur stoßweise zu betätigen. Zwischen den Sprühstößen muss kontrolliert werden, ob und gegebenenfalls wo noch Glutnester sind. Sind mehrere Löscher vor Ort, alle gleichzeitig einsetzen. Das Feuer muss, wenn möglich, in Windrichtung angegriffen werden. Flächenbrände werden von vorne beginnend gelöscht. Tropft oder fließt das Feuer von oben nach unten, muss auch der Brand von oben nach unten bekämpft werden. Abschließend ist es wichtig, sorgfältig zu prüfen, dass keine Glut mehr übrig ist, die sich wieder entzünden kann. Gute Möglichkeiten, sich über den richtigen Einsatz von Feuerlöschern zu informieren, sind die Tage der offenen Tür bei den Feuerwehren. Dort kann man sich den richtigen Ablauf genau zeigen lassen oder vielleicht sogar selber einen Handfeuerlöscher ausprobieren.

SVLFG: Was mache ich, wenn eine Person brennt?

Hermann Greif: Keinesfalls einen Handfeuerlöscher einsetzen! Hier hilft am besten die Löschdecke zum Ersticken des Feuers oder wenn möglich Wasser.

SVLFG: Wann brauche ich einen Co2-Löscher?

Hermann Greif: Immer dann, wenn ein Feuer mit Kohlendioxid erstickt werden kann, beziehungsweise wenn Wasser als Löschmittel nicht in Frage kommt. Das gilt zum Beispiel für Schaltschränke oder -Kästen von elektrischen Anlagen. Gerade bei kleineren Kabelbränden übersteigt der Schaden beim Einsatz von Pulverlöschern sehr schnell den des ursprünglichen Feuers. Ein Co2-Löscher verursacht keine solchen Löschschäden.

SVLFG: Wie sinnvoll sind Handfeuerlöscher in Fahrzeugen?

Hermann Greif: Sehr sinnvoll! Auch auf dem Schlepper sollte ein kleiner Feuerlöscher nicht fehlen.

Hermann Greif mit einem kleinen Feuerlöscher vor dem Schlepper   Mit so einem preiswerten kleinen Feuerlöscher können zum Beispiel Kabelbrände sehr schnell gelöscht werden. Brennt das Fahrzeug aus, ist der materielle Schaden enorm – von Personenschäden gar nicht erst zu reden.

SVLFG: Feuerlöscher müssen regelmäßig geprüft werden. Warum?

Hermann Greif: Weil im Lauf der Zeit Treibgas entweichen kann oder der Löscher aus anderen Gründen nicht mehr funktionsfähig sein könnte. Im Ernstfall ist dieser Löscher dann wertlos.

Prüfzeichen auf dem Feuerlöscher   Die Prüftermine müssen deshalb schon eingehalten werden. Sobald ein Löscher einmal benutzt wurde, ist er ebenfalls nicht mehr einsatzbereit und muss neu befüllt werden. Der Preis für die Prüfungen und das neue Befüllen bei Bedarf ist überschaubar, vor allem gemessen an dem Schaden, den ein Brand, der nicht gelöscht werden kann, anrichtet.

SVLFG: Gibt es Situationen, in denen Laien nicht löschen dürfen?

Hermann Greif: Immer dann, wenn sich die Person selber oder andere in Gefahr bringt. Menschenleben gehen immer vor Sachschäden. Insbesondere ist das so, wenn in Pflanzendünger-, Treibstoff- oder Chemikalienlagern ein Brand ausbricht oder wenn Photovoltaikanlagen Feuer fangen. Wenn die Feuerwehr kommt, ist es wichtig, sie genau zu informieren, wo diese Gefahrstoffe und Dünger gelagert sind. Auch kleine Bestände, zum Beispiel Treibstoff in Ersatzkanistern, dürfen bei der Aufzählung nicht vergessen werden, denn auch solche kleinen Mengen sind hochexplosiv und extrem gefährlich.

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