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Herbstanfang – Blütezeit giftiger Pflanzen!

In diesem Monat hält der Herbst Einzug in den mitteleuropäischen Breiten, auch wenn es derzeit noch spätsommerliche Tage zu genießen gibt. Bald werden wieder die Blätter fallen und mit ihnen die Temperaturen. Es gibt aber auch einige Pflanzen, die erst im September und Oktober ihre Blüten oder Früchte tragen. Unter ihnen befinden sich Arten, die für den Menschen stark giftig sind. Von diesen sollen drei der gefährlichsten vorgestellt werden.

„Herbstzeitlose“ (Colchicum autumnale)

Wie der mystisch anmutende Name der Herbstzeitlosen bereits vermuten lässt, gehört sie zu den sogenannten Zeitlosengewächsen. Diese werden mehrere Jahre alt und blühen dabei regelmäßig, meist einmal im Jahr. Die Bezeichnung ist allerdings irreführend: die Pflanze ist keineswegs „zeitlos“, vielmehr ist der Name aus dem Althochdeutschen abgeleitet und bedeutet, dass beim Blühen der Pflanze die Herbstzeit „gelost“ wird, also beginnt. Die Hauptblütezeit der Herbstzeitlosen ist entsprechend von September bis Oktober, was außerhalb der gewöhnlichen Blütezeiten liegt.

Herbstzeitlose

Sie ist überwiegend auf Wiesen, Weiden und in Böschungen zu finden und an ihren kelchartig wachsenden, rosa bis violett gefärbten Blüten zu erkennen. Steht sie in Blüte, dann ist die Herbstzeitlose hübsch anzusehen – gleichzeitig ist sie aber auch äußerst giftig, da alle Pflanzenteile einen stark toxischen Wirkstoff enthalten. Die Blütenblätter sind dabei am gefährlichsten. Für ungeübte Augen kann die Herbstzeitlose schnell mit Zierpflanzen wie dem Krokus verwechselt werden. Außerhalb der Blütezeit können die tulpenähnlichen Blätter für Bärlauch gehalten werden, weswegen es häufig zu Vergiftungen kommt.

Kommt es zu einer Vergiftung, so treten die ersten Symptome meist nach zwei bis sechs Stunden auf. Typisch sind Schluckbeschwerden, Übelkeit und Magen-Darm-Probleme. Insbesondere für Kinder kann die Herbstzeitlose zu einer tödlichen Gefahr werden, da schon relativ geringe Mengen des Gifts zu Atemlähmung oder Kreislaufversagen führen können. Im ländlichen Raum ist daher Vorsicht geboten, wenn Kinder auf Wiesen spielen oder bspw. bei der Heuernte Weiden betreten. Auch für viele Nutz- und Haustiere ist das Gift der Herbstzeitlosen gefährlich.

Ihr Gift ist aber, wie bei vielen Giftpflanzen, auch nützlich für den Menschen, da es zur Herstellung von Medikamenten verwendet werden kann und in der Pflanzenzucht eingesetzt wird.

Welche Maßnahmen sind bei Vergiftungen zu treffen?

Unter den weiterführenden Informationen und Artikeln am rechten Rand haben wir für Sie Lesetipps zusammengestellt. Diese beinhalten u.a. Wissenswertes zu Sofortmaßnahmen in Vergiftungsfällen, eine Übersicht über die Nummern aller Giftnotrufe sowie Hinweise zu Gefahrenquellen im Haushalt.

weiter zur "Schwarzen Tollkirsche" (Atropa belladonna)

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