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Champignions
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Sonderkultur Pilzzucht
Ergonomische Arbeitsorganisation

Vor gut 40 Jahren startete Hans Deckers sein Champignon-Unternehmen in Geldern am Niederrhein. Mit einer anfänglichen Wochenproduktion von 2,5 Tonnen erweiterte er mit seinen beiden Söhnen Marco und Patrick ihre Unternehmensgruppe inzwischen auf insgesamt 350 Tonnen weiße und braune Champignons pro Woche mit weiteren Standorten in Wesel, Xanten und seit 2015 auch im hessischen Bürstadt. Inzwischen verfügt der Familienbetrieb über 500 sozialversicherte Arbeitsplätze. Ein enormes Wachstum, was nur durch den stetigen Aufwärtstrend der Kundennachfrage in Deutschland möglich war. Der Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer e.V vermeldet für 2015 einen neuen Produktionsrekord.

Starker Markt

Hans Deckers bringt die besondere Qualität von Champignons auf den Punkt: ein gesundes, frisches Nahrungsmittel ohne Belastung und ohne Allergene, was über das ganze Jahr angeboten wird.

 

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Der Bund deutscher Champignon- und Kulutrpilzanbauer e.V. vermeldet für 2015 einen neuen Produktionsrekord.

Insgesamt 350 Tonnen weiße und braune Champignons pro Woche werden im Familienbetrieb Deckers mittlerweile geerntet und vertrieben.

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Ein Produktionszyklus dauert bei weißen Champignons fünf Wochen.

Die Qualität des Produkts hängt maßgeblich vom Pflückprozess ab.

Besondere Kulturform

Zum Produktionsstart der Rhein-Neckar-Pilz GmbH in Bürstadt nutzten 2015 mehr als 3.000 Interessierte den Tag der offenen Tür, um die Championzucht zu sehen. Allein hier befinden sich Kulturfächen in Stellagen auf sechs Ebenen in 22 Räumen mit je 820 m² Kulturnutzfläche. Ein Produktionszyklus dauert bei weißen Champignons 5 Wochen. Zu den Kulturschritten gehört:

  • das Füllen der Stellagen mit Mycel durchwachsenem Substrat und Abdeckerde, Beginn der Kultur bei 21°C,
  • nach einer Woche ein Temperaturwechsel auf 17°C,
  • nach ca. zwei Wochen eine nahezu andauernde Pilzernte,
  • nach weiteren zwei Wochen das Dämpfen der Räume einschließlich des Substrats mit 70°C Temperatur und anschließendem Entleeren.

Die dunklen Kulturräume sind voll klimatisiert und mit einem Wasser- und Dämpfsystem versehen. Die Ernte wird gekühlt, gewogen, verpackt und kommissioniert. Das nach dem Dämpfen sterile Substrat findet als hochwertiger Kompost weitere Verwendung in Landwirtschaft und Gartenbau. 

Reine Handarbeit bei der Ernte

Das Befüllen wie Entleeren der Räume erfolgt mit Maschineneinsatz wie auch das Befördern der Ware möglichst mit Förderbändern und Gabelstaplern. 80 Prozent der Belegschaft der Firmengruppe Deckers sind Saisonarbeiterinnen, die die arbeitsintensive Pflückarbeit von Hand erledigen. Dazu werden die bis 3,5 Meter hohen Kulturtische mehrfach nach reifen Pilzen durchgesehen.

Ergonomische Arbeitsabläufe

Die technische Entwicklung dazu reicht von eingehängten Pflückloren, die über Steigleitern erreicht werden, bis zu batteriebetriebenen, selbstfahrenden Hebebühnen. In bestimmten Situationen stellte sich eine Quetschgefährdung zwischen Regalsystem und Pflücklore heraus, die weiteren technischen Verbesserungsbedarf anzeigte. Die 110 davon betroffenen Gondeln mit automatisiertem langsamem Fahrbetrieb werden nun mit einer aktiven Zweihandschaltung für den Bediener umgerüstet. Weiterhin plant Herr Deckers die durchgängige Modernisierung der Gondeln: „Die Qualität des Produkts hängt maßgeblich vom Pflückprozess ab. Hier liegt mir ein ergonomisch gesunder Arbeitsablauf meiner Mitarbeiterinnen sehr am Herzen. Um Abwechslung zu schaffen, transportieren die Pflückerinnen ihre Ernte mit 24 Kisten über Handwagen aus dem Kulturraum und bei der Verpackungsstation wechselt jede Mitarbeiterin nach der Pause ihre Position mit ihren Kolleginnen. Ich freue mich, wenn es meinen Saisonmitarbeiterinnen gut geht und sie nächstes Jahr wieder dabei sind.“

 

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