Mit der SVLFG gut versorgt
Johannes Weinberg beim Schlagzeugspielen
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Reportage über Johannes Weinberg
"Nicht soviel nachdenken - einfach machen"

Die SVLFG als Landwirtschaftliche Krankenkasse unterstützt Familie Weinberg im Rahmen der Familienversicherung durch die Kostenübernahme für notwendige besondere Hilfsmittel für den blinden Sohn Johannes.

Johannes Weinberg schwimmt in Wettbewerben von Medaille zu Medaille, auf dem Tandem macht er zusammen mit seinen Brüdern die Allgäuer Bergwelt unsicher. Wer den Dreizehnjährigen daheim durchs Haus laufen sieht - treppauf treppab - mag es kaum glauben, dass der Jugendliche nichts sieht. Johannes ist blind, aber einschränken will er sich durch sein Handicap nicht lassen.

Damit Johannes diese positiven Lebenserfahrungen machen kann, tun seine Eltern und seine Brüder alles, was in ihrer Macht steht, um ihm ein entsprechendes Umfeld zu gestalten. Hilfe bekommen sie dabei von vielen Seiten. Die Landwirtschaftliche Krankenkasse unterstützt sie im Rahmen der Familienversicherung.

Im Alter von sechs Jahren fing es an

Johannes war sechs Jahre alt, als er bemerkte, dass ihm das Sehen immer schwerer fiel. Niemand konnte dem Kind und seiner Familie erklären, warum das so war. „Vier Unikliniken haben wir aufgesucht – keiner konnte Johannes helfen“, so die frustrierende Bilanz seiner Eltern. Auch wenn es schwer fiel, die Familie musste sich in ihr Schicksal fügen. „Als das Lesen zunehmend anstrengender wurde, konnte sich Johannes zunächst mit einer elektronischen Lupe, später mit einem Bildschirmlesegerät behelfen. Beide Hilfsmittel stellen Worte und Zahlen stark vergrößert dar. Irgendwann ging aber auch das nicht mehr.

Mit speziellem Laptop in der Regelschule

Trotzdem besucht Johannes die örtliche Realschule. Eine Integrationsklasse bietet den Rahmen dafür. Alle Lehrerkräfte und auch seine Mitschüler halten zu ihm, helfen ihm, wo er Hilfe benötigt. Dafür sind er und seine Familie sehr dankbar. Aber einfach ist das Lernen für ihn nicht. „Wenn es in der Klasse zu laut wird, dann komme ich manchmal nicht mit. Ich brauche auch mehr Zeit als die anderen“, erklärt Johannes. Damit er überhaupt in einer Regelschule lernen kann, ist er auf seinen Laptop angewiesen, der sowohl von der Geräte- als auch von der Programmausstattung her genau auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. „Die meisten Eingaben kann ich über die Tastatur machen“, erklärt Johannes. Aber gerade bei mathematischen Formeln kommt die Tastatur an ihre Grenzen. Dafür braucht Johannes eine spezielle Punktschrift-Tastatur, die an den Computer angeschlossen wird.

Johannes am Laptop mit Spezialausstattung

Ein Laptop mit Spezialausstattung ermöglicht Johannes den Besuch der örtlichen Realschule

Ob Johannes alles richtig eingegeben hat, erfährt er über die Sprachausgabe seines Laptops. Sie navigiert ihn zuverlässig auch durch die Ordnerstrukturen, Texte und Berechnungen.Um den Laptop sicher bedienen zu können, wurde Johannes extra darauf geschult.

Schwimmen und Schlagzeug spielen in der Freizeit

Johannes wäre aber kein Jugendlicher, wenn er die Schule nicht eher als Pflicht erleben würde, die es eben zu erledigen gilt. Sein großes Interesse gilt dem Sport und der Musik. „Seit dem letzten Jahr ist Johannes ein sehr erfolgreicher Wettkampf-Schwimmer. Mehrere Medaillen zeugen von seinem Ehrgeiz und seinem Talent.

Johannes mit seinen Wettkampf-Schwimmer-Medaillen

Johannes ist sportlich sehr aktiv und ein begeisterter Wettkampf-Schwimmer

Nur so zum Spaß - nicht um Medaillen zu erringen - fährt Johannes Fahrrad. Zusammen mit seinen Brüdern ist er mit dem Tandem im Gebirge auf den Wegen der Almbauern unterwegs. „Ist schon gut, dass meine Eltern da nicht dabei sind“, schmunzelt er. Kein Wunder, Jungs in dem Alter sind wagemutig! Manchmal vielleicht auch mehr, als es den Eltern lieb ist. Da macht Johannes wohl keine Ausnahme. Wer den Jungen am Schlagzeug erlebt, vergisst völlig Johannes´ Behinderung. Voll konzentriert und dabei völlig gelöst spielt er sein Instrument. Nein, einschränken lassen will er sich nicht. „Bloß nicht soviel nachdenken – einfach ausprobieren, einfach machen“, ist seine Devise. 

LKK trägt Arzt- und Hilfsmittelkosten

Die Kosten für die notwendigen Hilfsmittel wurden von der Landwirtschaftlichen Krankenkasse genauso übernommen wie alle Aufwendungen für die ärztlichen Untersuchungen und Atteste. „Ich weiß nicht, wie wir das alles ohne die Hilfe der LKK geschafft hätten“, sagt Mutter Michaela Weinberg. „Es ist ja nicht nur das Geld. Die zuständigen LKK-Mitarbeiter waren immer hilfsbereit und haben uns unbürokratisch geholfen. So gut, wie man es sich nur wünschen kann. Selbstverständlich ist das nicht!“

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