SVLFG - Ihr Partner in Sachen Gesundheit
Sonne
Sie sind hier: Aktuell SVLFG - News Meldungen 2016

Winterblues - wenn die Seele traurig wird

Der Grund, warum die dunkle Jahreszeit aufs Gemüt schlägt, ist simpel: Tageslichtmangel. Sonnenlicht hat einen wesentlichen Einfluss auf eine Vielzahl von biochemischen Prozessen in unserem Körper: Es synchronisiert unsere „innere Uhr“ und damit den Schlaf-Wach-Rhythmus, es beeinflusst unsere Körpertemperatur, die Hormonproduktion, den Hunger und die Leistungsfähigkeit.

Wird im Herbst das Sonnenlicht spärlich und schwach, wird Serotonin, das sogenannte „Glückshormon“ nur noch in geringeren Mengen ausgeschüttet; demgegenüber wird das „Schlafhormon“ Melatonin vermehrt gebildet. Folge: Man ist antriebsschwach und müde, kommt morgens schlecht auf die Beine, die Stimmung ist getrübt – man ist dem Winterblues verfallen.

Viele Beschäftigte sind von Lichtmangel gleich doppelt betroffen

Für viele bedeutet die Jahreszeit „Winter“, dass sie bei „Dunkelheit“ zur Arbeit gehen, an ihrem Arbeitsplatz wenig oder kein natürliches Licht vorhanden ist und sie wiederum bei „Dunkelheit“ nach Hause gehen. Da lichtdurchflutete Arbeitsplätze eher die Ausnahme als die Regel sind, verbringen die meisten Beschäftigten ihre Arbeitszeit in Innenräumen bei einer Lichtintensität von 200 bis 500 Lux. So verfallen manche Menschen oft schon im Herbst in ein Stimmungstief. Auch wenn die Seele traurig wird, handelt es sich jedoch zumeist „nur“ um eine Befindlichkeitsstörung, die die Lebensfreude mindert.

Manche Menschen reagieren jedoch deutlich stärker auf Lichtmangel: Sie leiden an einer saisonal-affektiven Störung (SAD), die auch als Winterdepression bezeichnet wird. Diese ernst zu nehmende Erkrankung ähnelt in vielerlei Hinsicht einer „klassischen Depression“, geprägt durch Angstzustände, dem Gefühl der inneren Leere und Hoffnungslosigkeit.

In diesem Zustand ist die Lebensqualität stark beeinträchtigt, die Arbeitsleistung ist vermindert; Pflichtvernachlässigung und sogar Arbeitsunfähigkeit können die Folge sein.

"Know-how" der Skandinavier

Im Norden Europas sind die Winter besonders lang und dunkel. Während der Polarnacht, die je nach Region einige Wochen andauern kann, bekommen die Einwohner Skandinaviens die Sonne nicht oder kaum zu Gesicht. Doch die Menschen wissen sich zu helfen: So verfügt nahezu jeder Haushalt über eine Tageslichtlampe, um den Auswirkungen der fehlenden Sonnenstrahlung entgegen zu wirken. Auch Schulen, Büros, Cafés (sogenannte Lichtcafés) oder sogar Bushaltestellen sind mit diesen speziellen Leuchtmitteln ausgestattet, um die schlechte Laune zu vertreiben.

Wer unter Lichtmangel leidet, kann daher auf das „Know-how“ der Skandinavier zurückgreifen und sich eine Lichtdusche (Spezialbeleuchtung für den vorbeugenden und therapeutischen Einsatz) anschaffen. Bei Angstzuständen, dem Gefühl der inneren Leere oder anderen Anzeichen einer Depression sollte jedoch in jedem Fall eine Ärztin/ein Arzt aufgesucht werden.

Verweis auf Unterpunkt Tipps, um den Winterblues zu vertreiben

Verweis auf Unterpunkt Hintergrund

Quelle: Landesinstitut für Arbeitsgestaltung NRW

[Druckversion] [Startseite]
© 2017 Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)