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Pensionspferdehaltung - wann ist die LBG zuständig?

Für Pensionspferde – aber auch private Reit- oder Kutschpferde – ist in der Regel die Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft (BG Verkehr) zuständig. Unter bestimmten Voraussetzungen allerdings ist eine solche Pferdehaltung bei der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (LBG) mitversichert.

Versicherung über die LBG

Die Pensionspferdehaltung ist über die LBG versichert, wenn es sich um ein sogenanntes Nebenunternehmen eines landwirtschaftlichen Hauptunterneh­mens handelt. Es müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Die Landwirtschaft bildet – vor allem bezogen auf den Arbeitsaufwand –  den Schwerpunkt des Gesamtunternehmens.
  • Landwirtschaft und Pferdepension unterstehen einer einheitlichen Leitung und unterliegen der Verfügungsgewalt desselben Unternehmers.
  • Landwirtschaft und Pferdepension sind wirtschaftlich und betriebstech­nisch verbunden (wechselseitiger Personaleinsatz oder Nutzung gemeinsamer Grundstücke, Gebäude, Einrichtungen oder Maschinen).

Bedeutung für Versicherungsschutz

Für die landwirtschaftliche Unfallversicherung gilt eine gesetzliche Sonderregelung. Versichert sind nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Unternehmer selbst, die mitarbeitenden Ehegatten oder Lebenspartner sowie die nicht nur vorübergehend mitarbeitenden Familienangehörigen. Diese weitreichende Versicherung erstreckt sich auf alle Unternehmensteile, also auch auf eine Pensionspferdehaltung sowie auf die private Reit- oder Kutschpferdehaltung.

Beitrag für Nebenunternehmen

Für Nebenunternehmen erhebt die LBG einen Beitrag. Dieser ist zusammen mit dem Beitrag für die Landwirtschaft jährlich zu zahlen. Berechnungsgrundlage für Pensionspferdehaltungen ist der sogenannte geschätzte Arbeitsbedarf für die versicherten Tätigkeiten, ausgedrückt in Berechnungseinheiten (BER). Eine BER entspricht zehn Stunden. Der tatsächliche Arbeitsaufwand oder der Umfang der Dienstleistungen sind unerheblich. Maßgeblich ist nur noch die Zahl der im Umlagejahr durchschnittlich gehaltenen Pensionspferde. Mit zunehmender Tierzahl verringern sich die BER je Pferd, da bei der wissenschaftlich begleiteten Schätzung des Arbeitsbedarfs berücksichtigt wurde, dass mit zunehmender Bestandsgröße (von ein bis 100 Tieren) der Arbeitsaufwand je Pferd abnimmt.

Risiko selbst finanziert

Alle Arten der Pferdehaltung sind in einer Risikogruppe zusammengefasst. Sie finanzieren die ihnen zugeordneten Leistungsausgaben. In der Gruppe wird wiederum nach vier Arten der Pferdehaltung (Produktionsverfahren) unterschieden. Die Deckung von Ausgaben und Beiträgen wird durch Risikofaktoren erreicht.

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