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Lebensmittel-Allergie - gründliche Diagnose ist wichtig

Kinder und Erwachsene sind gleichermaßen betroffen. Symptome wie Hautausschlag, Blähungen, Durchfall, Asthma und sogar Kreislaufversagen können durch eineLebensmittel-Allergie hervorgerufen werden. Die Auslöser sind ganz unterschiedlich. Sowohl Milchprodukte als auch Obst oder Nüsse können Allergien auslösen. Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) sind Lebensmittelallergien jetzt doppelt so häufig wie vor zehn Jahren.

Fruchtzuckerunverträglichkeit

Fructosemalabsorption – ist eine Unverträglichkeit gegen Fruchtzucker. Schätzungen entsprechend, sind 30 – 40 % der mitteleuropäischen Bevölkerung betroffen. Der Fruchtzucker kommt in Obst, Gemüse und Honig vor. Im Darm angelangt, wird er normalerweise mit Hilfe eines Transporteiweißes vom Darm in die Blutbahn transportiert. Bei, an einer Fructosemalabsorption erkrankten Person, funktioniert das nicht. Daher wandert die Fructose vom Dünndarm weiter in den Dickdarm, wo sie von Bakterien abgebaut wird. Das führt dann zu den typischen Symptomen wie Übelkeit, Völlegefühl, Bauchgeräuschen, Unterbauchkrämpfen, Blähungen und Durchfall. Aber auch Atemnot, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen können auftreten. Die Fructosemalabsorption kann einerseits z. B. bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zeitweise auftreten, andererseits gibt es eine ererbte Form, die dauerhaft ist. Ein Test vom Arzt kann die Fructosemalabsorption feststellen. Wenn der Test die Erkrankung bestätigt hat, sollte auch hier zuerst für 1 – 2 Wochen auf Fructose und auch auf Sorbit verzichtet werden. Im Anschluss kann dann getestet werden, in welchem Maß der Darm noch Fructose aufnehmen kann und wie hoch die individuelle Verträglichkeit ist.

Sorbit - viele Menschen reagieren mit Beschwerden auf diesen Zuckeraustauschstoff

Sorbitintoleranz – ist eine Fruchtzuckeralkoholunverträglichkeit. Sorbit ist ein Zuckeralkohol, der in Fruchtzucker (Fructose) vorkommt. Sie äußert sich mit Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen. Fruchtzucker kommt in vielen Obstsorten, aber auch in getrockneten Früchten, Fruchtsäften, Gemüse und sogar in einigen Wein- und Biersorten und Zahnpflegemitteln vor. Sorbit kann auch in Arzneimitteln enthalten sein. Sorbit wird als Zuckeraustauschstoff bei z. B. Bonbons, Kaugummi und Diabetikerlebensmitteln verwendet. Eine Sorbit-Intoleranz kann durch den Arzt festgestellt werden. Sorbit wird im Dünndarm verarbeitet. Bei einer entsprechenden Intoleranz kann dieser Vorgang gar nicht oder nur gering stattfinden. Dadurch entstehen die Beschwerden. Große Verzehrsmengen von Sorbit (20 g auf einmal oder mehr als 50 g am Tag) können sogar bei gesunden Personen Beschwerden wie Durchfälle auslösen. Das liegt daran, dass Sorbit in dieser Menge eine leicht abführende Wirkung hat. Um festzustellen, was gegessen werden kann, sollte ein Ernährungstagebuch geführt werden, in dem auch eventuelle Symptome aufgeführt werden sollten. Im Anschluss sollte ein bis zwei Wochen möglichst komplett auf sorbithaltige Produkte verzichtet werden. Danach sollten nur noch die Lebensmittel im Speiseplan auftauchen, die laut Ernährungstagebuch keine Beschwerden verursacht haben. In der Regel werden 10 – 20 g Sorbit am Tag vertragen. Dies muss individuell ausgetestet werden, um die persönliche Toleranzschwelle herauszufinden.

Zöliakie

Zöliakie – ist eine Unverträglichkeit gegen Getreideeiweiß in Weizen, Dinkel, Hafer, Roggen, Grünkern und Gerste. Dieses Eiweiß heißt Gluten. Daher wird auch oft der Ausdruck Glutenunverträglichkeit gebraucht. Bei erkrankten Personen schädigt das Gluten die Dünndarmschleimhaut. Unbehandelt kann dies dazu führen, dass die Nährstoffaufnahme im Darm nur noch unzureichend stattfinden kann und es zu Mangelerscheinungen kommt. Weitere Symptome sind: bei Säuglingen/Kindern Körpergewicht unter der Norm, Wachstumsstörungen, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, aufgeblähter Bauch, trockene Haut und sogar Wesensveränderung wie Weinerlichkeit. Beim Erwachsenen sind die Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Vitamin- und Mineralstoffmangel, Gewichtsabnahme, Blässe, Anämie und trockene Haut. Die Diagnose wird vom Arzt gestellt aufgrund eines Antikörpertests und ggf. einer Dünndarmbiopsie. Wenn die Diagnose bestätigt ist, sollten grundsätzlich glutenhaltige Lebensmittel gemieden werden. Es kann verzehrt werden: Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Quinoa, Amaranth, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Milch, Milchprodukte, Fette, Fleisch, Fisch und Ei. Diese Nahrungsmittelgruppen sind nur im originären Zustand glutenfrei. Sowie sie verarbeitet sind, ist darauf zu achten, welche anderen Stoffe evtl. zugefügt wurden. Besonders Vorsicht geboten ist bei Fertig- der Halbfertigprodukten. Es gibt spezielle glutenfreie Lebensmittel zu kaufen. Diese gehören zu den diätetischen Lebensmitteln und unterliegen der Diätverordnung. Auch für kleine Kinder gibt es ein großes Angebot an glutenfreier Babykost.

Seriöse Diagnose wichtig

Bei den Lebensmittelallergien ist wichtig, dass eine seriöse Diagnose vorliegt. Gerade bei Kindern ist dies wichtig, damit sie nicht nur aufgrund eines Verdachts evtl. unnötig Diätstress ausgesetzt werden. Steht die Diagnose fest, ist das wirkungsvollste Mittel, die Lebensmittel vom Speiseplan zu streichen, die die Beschwerden verursachen. Ggf. kann sich dann bei einigen der Unverträglichkeiten an eine individuell verträgliche Menge der allergieauslösenden Lebensmittel herangetestet werden. Nützliche Informationen zum Thema hält auch der Deutsche Allergie- und Asthmabund e. V. bereit.

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