Werkstattarbeit

Maren Hilbert, Mitglied im Vorstand der SVLFG

Ein Unfall ist ein einschneidendes Ereignis für den Verletzten und seine Familie. Gut, dass die Berufsgenossenschaft alles tut, um Betroffene buchstäblich zurück ins Leben zu holen."

 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

 Leistungen zur Teilhabe am Leben und ergänzende Leistungen

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Schrittweise in ein neues Leben

Vor fünf Jahren erlitt Florian Hacker einen tragischen Arbeitsunfall. Ein Baumstamm zertrümmerte ihm im Fallen das Becken und sein rechtes Bein. Der Unfall mit seinen Folgen war für Florian Hacker der Beginn eines neuen, völlig anderen Lebens. Florian Hacker hat sich selbst und allen anderen gezeigt, was ein Mensch schaffen kann.

Erstes Ziel: ein möglichst selbstständiges Leben

Umgehend nach dem Unfall konnte in Gesprächen mit der Berufshelferin der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Kerstin Schmid geklärt werden, welche Leistungen für Florian Hacker wichtig sind für ein möglichst selbstständiges Leben. Die notwendigen Umbauarbeiten im Wohnhaus erfolgten, bevor Hacker zum ersten Mal aus der Klinik entlassen wurde. Ein Auto wurde behindertengerecht umgebaut, so dass er wieder selbst fahren konnte. Im Kontakt mit der Berufshelferin wurden die Weichen für eine zeitnahe berufliche Wiedereingliederung gestellt.

Autofahren trotz Behinderung

Mit dem behindertengerecht umgebauten Auto kann Florian Hacker ohne fremde Hilfe Auto fahren

Florian H. an seiner Arbeitsstelle

Florian Hacker an seinem neuen Arbeitsplatz

Auf der Suche nach einem neuen Beruf

Ich wollte so schnell wie möglich wieder arbeiten. Mein Leben ist die Natur, der Wald. Deshalb bin ich ja auch Forstwirt geworden. Aber das ging ja nicht mehr. Im Rahmen der Berufshilfe der LBG hatte ich dann nach dem Unfall die Möglichkeit, an einem Berufsbildungszentrum verschiedene Tätigkeiten auszuprobieren", erzählt Florian Hacker.

Tapfer tastete er sich durch verschiedene Berufsbilder: Produktdesign, Orthopädiemechanik, Technisches Zeichnen. Im Betrieb des Onkels lernte er letztlich das technische Zeichnen kennen. Das hat mir noch am besten gelegen, deshalb habe ich bei ihm eine Ausbildung zum Technischen Zeichner begonnen." Glücklich war Hacker nicht mit der Situation. Das ist nicht zu überhören, wenn er aus dieser Zeit erzählt. Doch zum Glück hatte der junge Forstwirt nie die Kontakte zu den örtlichen Förstern abreißen lassen, mit denen er vor dem Unfall zusammengearbeitet hatte.

Als ich von dem Plan für ein Walderlebniszentrum in Füssen hörte, habe ich mich sofort erkundigt, ob es dort Arbeit für mich gibt." Forstdirektor Robert Berchtold hatte wohl der Optimismus und die große Begeisterung Hackers für den Arbeitsplatz Wald" überzeugt. Er bot ihm eine Stelle mit Zukunftsperspektive und Ausbaupotential an. Seit Mai arbeite ich nun im Walderlebniszentrum Ziegelwies. Ich bin an der Kasse, werde künftig auch Führungen von Schulklassen über den Baumwipfelpfad und auf den Lehr- und Erlebnispfaden übernehmen. Im Winterhalbjahr arbeite ich in der Werkstatt mit", beschreibt Florian Hacker seine berufliche Situation.

Mehr Mobilität dank innovativer Prothese

Er ist rundherum zufrieden fast: Den Bergwaldpfad kann ich im Moment noch nicht laufen." Vielleicht wird das aber bald anders, denn Florian Hacker übt zurzeit das Laufen mit einer Beinprothese nach den allerneuesten medizinischen Erkenntnissen. Dieses innovative Produkt bietet völlig neue Möglichkeiten, um ein natürliches Laufen auch bergauf und auf unebenem Bodengrund zu ermöglichen und das bei einem deutlich verringerten Kraftaufwand. Die neue Prothese, das sind noch einmal Welten im Vergleich zu meiner derzeitigen", stellte Florian Hacker gleich zu Beginn der Eingewöhnungsphase fest. Er blickt zuversichtlich in die Zukunft: Ich kann alles machen was ich will. Es dauert nur manchmal etwas länger."

Treppensteigen mit Prothese

Florian Hacker übt zurzeit das Laufen mit einer Beinprothese nach den allerneuesten medizinischen Erkenntnissen

Mit Optimismus und Unterstützung der Familie in die Zukunft

Berufshelferin Kerstin Schmid ist voller Anerkennung für die große persönliche Leistung von Florian Hacker.

Nicht immer sind Unfallopfer in der Lage, ihre Situation so bewundernswert zu bewältigen", weiß sie. Und: Nicht jeder kann sich diesen Optimismus bewahren. Und leider tragen nicht immer die Angehörigen die Situation so entschieden mit, wie hier." Auch Florian Hacker selbst ist sich nicht sicher, ob er diesen Schicksalsschlag ohne den Rückhalt in seiner Familie, bei seiner Lebensgefährtin und in seinem Freundeskreis geschafft hätte. Meine Familie hat mir die ganze Zeit den Rücken frei gehalten. Sie unterstützt mich, wo es nur geht. Es gab keinen einzigen Tag, an dem nicht mein Telefon im Krankenhaus geläutet hätte oder an dem ich keinen Besuch hatte. Das hat mir enorm geholfen."

mit_berufshelferin

Florian Hacker mit Berufshelferin Kerstin Schmid

 

 

 

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