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finden Sie auf der Internetseite der Initiative "Fit im Alter". Sie gehört zu inform" . Das ist Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung,  die 2008 vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) initiiert wurde.

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Pflegebedürftig - optimale Versorgung auch beim Essen und Trinken

Mit zunehmendem Alter verändert sich, wie auch äußerlich zu sehen, die Körperzusammensetzung: Der Wassergehalt der Muskelmasse nimmt ab, der Stoffwechsel verlangsamt sich, und der tägliche Energiebedarf sinkt. Im Gegensatz dazu ist der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Nährstoffen gleichbleibend bis leicht erhöht. Durch diese Veränderungen kann gerade bei Personen, die nicht mehr selbstständig auf eine ausgewogene Ernährung achten können, eine Fehlernährung auftreten. Sie äußert sich meistens in ungewollter Gewichtsabnahme oder -zunahme. Übergewicht belastet Herz, Kreislauf, Knochen und Gelenke und kann dadurch bestehende Erkrankungen negativ beeinflussen. Untergewicht und Mangelernährung haben ebenso negative Einflüsse. So können zunehmende Teilnahmslosigkeit, Kraftlosigkeit, Infektanfälligkeit und ein geschwächtes Immunsystem Zeichen einer Mangelernährung sein.

Altersbedingte Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Nahrungsaufnahme

  • Appetitlosigkeit, Veränderung des Geschmackssinns oder Beschwerden bei der Verdauung sind oftmals Folgen einer vermehrten Medikamenteneinnahme im Alter oder von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes.

  • Infolge von Erkrankungen kann es auch zu Schluckstörungen  kommen.

  • Das Durstgefühl verringert sich.

  • Aus Angst, nicht schnell genug eine Toilette zu erreichen, trinken ältere Menschen oftmals zu wenig.

  • Geruchs- und Geschmackssinn nehmen ab. Dadurch kann sich der Appetit verringern.

  • Pflegebedürftige Personen, die bettlägerig sind, haben einen geringen Kalorienverbrauch, benötigen aber die gleichbleibende Menge an Vitaminen und Mineralstoffen.

  • Bewegungseinschränkung führt unter Umständen zu verändertem Einkaufs- und Kochverhalten oder zu Schwierigkeiten beim selbstständigen Essen.

  • Zahnerkrankungen, Zahnschäden, Entzündungen im Mundraum und schlecht sitzende Prothesen können ebenfalls zu Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme führen.

  • Auch Verwirrtheit, Depressionen und Demenz können zu eingeschränkter und einseitiger Nahrungsaufnahme führen, wodurch Mangelzustände entstehen können

Tipps zur Vermeidung von Mangelernährung im Alter und bei pflegebedürftigen Personen

  • Zubereitung und Menge der Mahlzeiten sollten individuell dem Appetit angepasst werden. Große Mengen können abschreckend wirken.

  • Bei Kauproblemen empfiehlt es sich, zum Frühstück Haferbrei mit Obstpüree, Milchsuppe und Ähnliches zu reichen.

  • Müssen alle Mahlzeiten püriert werden, sollten die einzelnen Bestandteile des Menüs getrennt verarbeitet werden, damit Farbe und Geruch der einzelnen Lebensmittel erkennbar bleiben. Einheitsbrei verlockt nicht zum Essen.

  • Eine ansprechende Tischumgebung fördert den Appetit. Auch Gerüche und optische Reize können appetitanregend wirken.

  • Individuelle Vorlieben oder Abneigungen des Pflegebedürftigen sollten berücksichtigt werden.

  • Bei stark vermindertem Appetit sollten mehrmals täglich kleine Häppchen angeboten werden.

  • Essen in Gemeinschaft macht Spaß. Das ändert sich auch im Alter nicht.

  • Bei bettlägerigen Personen auf die richtige Position beim Essen achten. Eine aufrechte Sitzposition bis zu 30 Minuten nach der Mahlzeit ist optimal

  • Die Geschmacksrichtung süß" bleibt am längsten erhalten. Reichen Sie daher bei bereits beeinträchtigtem Geschmacksempfinden öfter einmal süße Speisen.

Respekt, Wertschätzung und Achtsamkeit sind auch beim Essen wichtige Themen

Eigenständigkeit erhöht das Selbstwertgefühl. Schon kleine Maßnahmen können sich als sehr hilfreich erweisen, um pflegebedürftigen Personen die eigenständige Nahrungsaufnahme zu erleichtern.

  • Besteck mit dickeren Griffen verwenden, den Teller rutschsicher" aufstellen und, wenn erforderlich, die Hand führen.

  • Der Teller sollte nicht weiter als 30 cm vom Mund entfernt sein.

  • Das Schlucken dauert meist länger. Diese Zeit sollte eingeplant werden.

  • Mit Hilfe einer Schnabeltasse" können auch unsichere Personen noch länger alleine trinken.

  • Unterschiedliche Farben von Teller, Essen und Tischdecke (oder Platzdeckchen) erleichtern die Orientierung z. B. bei starken Sehfehlern.

  • Wenn es mit dem Besteck gar nicht mehr klappt: Einige Lebensmittel lassen sich auch gut mit den Fingern essen. Die Finger sind schnell gewaschen, aber das Gefühl der Eigenständigkeit hält an.

  • Das Wort „füttern" ist unpassend und sollte gegenüber der hilfebedürftigen Person nie geäußert werden. Gefüttert werden Säuglinge und Tiere. Der Person wird Essen angeboten und gereicht. Ihr wird beim Essen geholfen.

  • Speisereste im Gesicht sollten aus Respekt der Person gegenüber nicht mit dem Löffel, sondern mit einer Serviette oder einem Tuch abgewischt werden.

Trinken - ein wichtiges Thema im Sommer und besonders im Alter, wenn der Durst nachlässt

  • Zu jeder Mahlzeit sollte ein Getränk angeboten werden.

  • Auch beim Trinken gilt: Zu große Mengen wirken oft abschreckend (das schaffe ich nie").

  • Wenn ein Glas leer ist, immer wieder auffüllen.

  • Wenn nötig, Hilfsmittel verwenden wie Trinkhalme oder Schnabelbecher.

  • Wasserhaltige Lebensmittel wie Gurke, Melone, Tomate, Joghurt, Kompott oder Suppe erhöhen die Flüssigkeitsaufnahme.

  • Wasser sieht im Glas etwas fade aus. Etwas roter Fruchtsaft schafft eine ansprechende Farbe.

  • Rituale einführen wie: Nachmittagskaffee oder Vormittagsgetränk.

  • Zum besseren Überblick ist ein tägliches Trinkprotokoll sinnvoll, besonders bei Fieber, Schwitzen oder Durchfall und Erbrechen.

  • Grundsätzlich gilt: Eine kleine Trinkmenge am Tag ist besser als keine Trinkmenge.

  • Regelmäßig Toilettengänge anbieten.

 Möglicher Trinkplan

Tageszeit Getränke  Menge
nach dem Aufstehen oder abends
( z. B. beim Fernsehen)
1 Glas Mineralwasser (evtl. mit Fruchtsaft)

 0,2 Liter

Frühstück  2 Tassen Kaffee oder schwarzen Tee

0,3 Liter

vormittags 2 Gläser verdünnter Apfelsaft

 0,4 Liter

mittags 1 Glas Mineralwasser (evtl. mit Fruchtsaft) oder Buttermilch

 0,2 Liter

nachmittags 2 Tassen Früchte- oder Kräutertee oder Kaffee

0,3 Liter

Abendessen  1 Glas Mineralwasser (evtl. mit Fruchtsaft)

 0,2 Liter

 

 

 

 

 

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